Projekt Seebühne am Finsterroter See

Aufführungen am Finsterroter See
Heilbronner Stimme 31.08.2011 von Sabine Friedrich Theater am See, Talk im Gewölbekeller Arbeitskreis entwickelt neue Ideen für Kunst und Kultur Wüstenrot - Mittelalterliche Musik in den altehrwürdigen Mauern der Maienfelser Burg, Führungen im Bausparmuseum, Theater auf der Seebühne in Finsterrot, Talk im Löwenkeller: aktuelle und mögliche neue Schauplätze für Kunst und Kultur in Wüstenrot. Die Gemeinde möchte noch mehr auf diese beiden "K" setzen, mehr Menschen dafür begeistern. So hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich den Wünschen aus der Zukunftswerkstatt "Jung und Alt in Wüstenrot" vom Frühjahr weiter widmet. "Wir haben in Wüstenrot Einzelpersonen und Gruppen, die sehr aktiv sind. Das zeigt sich in rund 160 Veranstaltungen im Jahr", geht Bürgermeister Heinz Nägele auf den Status quo ein. "Wir möchten neue Angebote entwickeln", nennt er das Ziel des Kunst- und Kulturentwicklungsworkshops, der die Lebensqualität steigern möchte. Die Resonanz auf die erste Einladung im Juli mit rund 25 Vertretern aus Vereinen und Gruppen war für Nägele ermutigend. Der Bürgermeister möchte nicht auf Masse setzen, sondern mehr auf die Klasse. Denn zahlenmäßig liege die Gemeinde mit dem, was bisher schon veranstaltet werde, im oberen Bereich. Ausstellung "Wie schaffen wir es, mehr Menschen für Klassik zu interessieren?", lautet eine Aufgabenstellung. So gibt es seit einigen Jahren die Reihe "Kultur auf der Burg" in Maienfels. Diese soll in der Bevölkerung stärker wahrgenommen werden. Dass sich Interesse wecken lässt, sieht Nägele am Beispiel des Dorfplatzfestes, in das inzwischen die Hobbykünstler-Ausstellung integriert ist. "Das kommt sehr gut an." Das Waldkuchenfest in Neuhütten könnte den Rahmen für noch hochwertigere Unterhaltung mit Musik, Kunst und Theater bilden. Wir haben einige einheimische Künstler, die bisher noch nicht zum Zug gekommen sind", sagt der Bürgermeister. Diese möchte er aktivieren. Statt auswärtiger Kulturschaffender könne man mehr auf örtliche setzen. "Wir haben eine junge Dudelsackspielerin und Leute, die Alphorn können, oder eine taffe Schulband. Die sind noch nicht entdeckt", zählt er Beispiele auf. Einen kompetenten Mitstreiter hat die Gemeinde schon gewonnen: Martin Herrmann, Erfinder, ehemaliger Regisseur und Hauptdarsteller des Räubertheaters Gögelhof aus Mainhardt. Er hat ein Theaterstück umgeschrieben auf eine Szenerie, die zum Finsterroter See passt. Mehr verrät Nägele nicht. "Das ist Laientheater auf hohem Niveau." In einem VHS-Kurs bilde Herrmann derzeit Darsteller dafür aus. "Die Seebühne soll eine feste Einrichtung werden, an festgelegten Spieltagen", so Nägele. Natürlich in Absprache mit den Eigentümern des Finsterroter Sees. Eine zweite neue Veranstaltungsstätte steht bereit. Der Gewölbekeller des ehemaligen und 2006 sanierten Löwen in Wüstenrot. In diesem Ambiente kann sich der Bürgermeister Lesungen mit kulinarischen Häppchen vorstellen, anspruchsvolles Musizieren oder Löwenkellergespräche zu aktuellen Themen mit bekannten Referenten. Inhaber Alexander Schmid, Leiter des Versicherungs- und Finanzbüros von Wüstenrot & Württembergische mit Erfahrungen in der Gastronomie, denkt auch an Weinverköstigungen oder eine Halloween-Partys in schauriger Atmosphäre. Hier wird sich auch der Workshop, der in den von Nägele geführten Kultur- und Tourismusverein integriert werden soll, treffen. Generationenübergreifende Angebote sind ein weiteres Aufgabenfeld. Eine Idee: Bei Projekttagen könnten Schüler zusammen mit Senioren des betreuten Wohnens musizieren, malen, ausstellen und diskutieren. "Es geht um Kommunikation und Kontakte", sagt Nägele. Heilbronner Stimme 07.10.2011 von Petra Laidig Wüstenrot - Ein kleines Hafendorf am Finsterroter Meer. Während die Männer auf See beim Fischen sind, bricht zuhause unter den Frauen der Streit aus. Es geht um Liebe und Eifersucht, um Intrigen und eine gehörige Portion Klatsch und Tratsch. Ob sich der Richtige für die Heiratswilligen unter ihnen findet? Wie sich die Irrungen und Wirrungen, die im Laufe der Geschichte entstehen, wieder auflösen, erfahren die Zuschauer, wenn sie die kleine Seebühne in Finsterrot besuchen. Kulisse "Zoff am Finsterroter Meer" heißt es dann, wenn voraussichtlich im Juli 2012 das Stück erstmals an der Seebühne aufgeführt wird. "Es ist ein wunderschönes Stück, eine klassische Komödie von Carlo Goldoni, das im Original in einer italienischen Hafenstadt spielt. Es passt wunderbar an die Seekulisse und die Dorfatmosphäre", erzählt Martin Herrmann, der das Stück auf die schwäbische Mentalität umgeschrieben hat. Der Großerlacher, der auch "Die Räuber vom Mainhardter Wald" geschrieben und inszeniert hat, ist Mitglied im Wüstenroter Netzwerk Kunst und Kultur, das Angebote und Ideen entwickelt und umsetzt. Seine Idee, eine kleine Seebühne zu errichten, entstand in Zusammenarbeit mit Wüstenrots Bürgermeister Heinz Nägele. Auch das passende Stück dazu hatte Hermann schon lange in seinem Kopf. Noch sind nicht alle Rollen für die 13 Hauptakteure vergeben, und auch für weitere kleine Rollen fehlen noch Mitspieler. Doch Herrmann ist zuversichtlich, dass sich noch weitere Teilnehmer finden werden. Zur Leseprobe im Gustav-Vogelmann-Haus in Finsterrot sind drei Neulinge dazugestoßen. Auch Bettina Kamischke fühlte sich durch den Aufruf im Mitteilungsblatt angesprochen. "Ich fand das sehr interessant. Ich kenne die ,Räuber" und fand das spitzenmäßig. Das Problem ist, dass ich kein schwäbisch kann", meint die Nordrhein-Westfälin, die jetzt in Finsterrot lebt. Dass es gar nicht so einfach ist, schwäbisch zu lesen, stellen auch andere fest, als sie das rund 100 Seiten dicke Skript in den Händen halten. Herrmann verteilt die Rollen an die Anwesenden, lässt einzelne Szenen lesen, wiederholt sie, tauscht Rollen aus und weist auf Betonungen hin. Rollen "Ich spiele die Frieda", erzählt Tanja Kuntzi, die durch ihre Schwiegermutter, die ebenfalls mitspielt, zum Theaterprojekt gekommen ist. "Ich wollte das Spielen schon immer einmal ausprobieren, und es hat mir von der ersten Stunde an gut gefallen", ergänzt die Ludwigsburgerin. Erste Theatererfahrungen hat Jana Rügler in der Schule bei Musicalaufführungen gesammelt. "Herr Herrmann hat mich angesprochen, ob ich nicht mitspielen will", erzählt die Walklensweilerin, die auch eine kleine Rolle bei den Räubern spielte. Die Zeit drängt. "Wir müssen dringend anfangen, zu proben", meint darum auch der Regisseur und setzt den ersten Probetermin an.                                                                                                                                    Regisseur Martin Herrmann sucht die geeigneten Rollen für seine Mitspieler                                                                                                                              
DASKleineWeltTHEATER…von hier (2016)

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Heilbronner Stimme 31.08.2011 von Sabine Friedrich Theater am See, Talk im Gewölbekeller Wüstenrot - Mittelalterliche Musik in den altehrwürdigen Mauern der Maienfelser Burg, Führungen im Bausparmuseum, Theater auf der Seebühne in Finsterrot, Talk im Löwenkeller: aktuelle und mögliche neue Schauplätze für Kunst und Kultur in Wüstenrot. Die Gemeinde möchte noch mehr auf diese beiden "K" setzen, mehr Menschen dafür begeistern. So hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich den Wünschen aus der Zukunftswerkstatt "Jung und Alt in Wüstenrot" vom Frühjahr weiter widmet. "Wir haben in Wüstenrot Einzelpersonen und Gruppen, die sehr aktiv sind. Das zeigt sich in rund 160 Veranstaltungen im Jahr", geht Bürgermeister Heinz Nägele auf den Status quo ein. "Wir möchten neue Angebote entwickeln", nennt er das Ziel des Kunst- und Kulturentwicklungsworkshops, der die Lebensqualität steigern möchte. Die Resonanz auf die erste Einladung im Juli mit rund 25 Vertretern aus Vereinen und Gruppen war für Nägele ermutigend. Der Bürgermeister möchte nicht auf Masse setzen, sondern mehr auf die Klasse. Denn zahlenmäßig liege die Gemeinde mit dem, was bisher schon veranstaltet werde, im oberen Bereich. Ausstellung "Wie schaffen wir es, mehr Menschen für Klassik zu interessieren?", lautet eine Aufgabenstellung. So gibt es seit einigen Jahren die Reihe "Kultur auf der Burg" in Maienfels. Diese soll in der Bevölkerung stärker wahrgenommen werden. Dass sich Interesse wecken lässt, sieht Nägele am Beispiel des Dorfplatzfestes, in das inzwischen die Hobbykünstler-Ausstellung integriert ist. "Das kommt sehr gut an." Das Waldkuchenfest in Neuhütten könnte den Rahmen für noch hochwertigere Unterhaltung mit Musik, Kunst und Theater bilden. Wir haben einige einheimische Künstler, die bisher noch nicht zum Zug gekommen sind", sagt der Bürgermeister. Diese möchte er aktivieren. Statt auswärtiger Kulturschaffender könne man mehr auf örtliche setzen. "Wir haben eine junge Dudelsackspielerin und Leute, die Alphorn können, oder eine taffe Schulband. Die sind noch nicht entdeckt", zählt er Beispiele auf. Einen kompetenten Mitstreiter hat die Gemeinde schon gewonnen: Martin Herrmann, Erfinder, ehemaliger Regisseur und Hauptdarsteller des Räubertheaters Gögelhof aus Mainhardt. Er hat ein Theaterstück umgeschrieben auf eine Szenerie, die zum Finsterroter See passt. Mehr verrät Nägele nicht. "Das ist Laientheater auf hohem Niveau." In einem VHS-Kurs bilde Herrmann derzeit Darsteller dafür aus. "Die Seebühne soll eine feste Einrichtung werden, an festgelegten Spieltagen", so Nägele. Natürlich in Absprache mit den Eigentümern des Finsterroter Sees. Eine zweite neue Veranstaltungsstätte steht bereit. Der Gewölbekeller des ehemaligen und 2006 sanierten Löwen in Wüstenrot. In diesem Ambiente kann sich der Bürgermeister Lesungen mit kulinarischen Häppchen vorstellen, anspruchsvolles Musizieren oder Löwenkellergespräche zu aktuellen Themen mit bekannten Referenten. Inhaber Alexander Schmid, Leiter des Versicherungs- und Finanzbüros von Wüstenrot & Württembergische mit Erfahrungen in der Gastronomie, denkt auch an Weinverköstigungen oder eine Halloween-Partys in schauriger Atmosphäre. Hier wird sich auch der Workshop, der in den von Nägele geführten Kultur- und Tourismusverein integriert werden soll, treffen. Generationenübergreifende Angebote sind ein weiteres Aufgabenfeld. Eine Idee: Bei Projekttagen könnten Schüler zusammen mit Senioren des betreuten Wohnens musizieren, malen, ausstellen und diskutieren. "Es geht um Kommunikation und Kontakte", sagt Nägele.